Kreisliga Süd: Runden 1, 2

Beruflich bedingt (oder aber auch durch Faulheit) etwas verspätet und damit leider nicht mehr so aktuell und exakt (wenngleich wieder elends lang) der Bericht zur 1. Runde und die (von Robert) gewünschten Ergänzungen zur Runde 2.

Beginnen möchte ich mit einer „Ergänzung“ zur 2. Runde, die sich im eigentlich wunderschönen Römerhof in Leibnitz zutrug. Die Hauptakteure dieser Misere: Der frischvermählte Berichteschreiber der Runde 2, Robert (Roooooooooobeeeeeeeeeert – in Anlehnung an seinen verheirateten Namensvetter R. Geissen) Trummer  „R“, der (höflich formuliert) eigenwillige Kellner des Römerhofs, wir nennen ihn mal „MC“ (keine schachliche Anlehnung an einen Norweger, sondern die Abkürzung für „Mister Charming“) und ich selbst „I“ (das „ich“ ist übrigens kein ausgeprägter Egoismus sondern vielmehr „Macht der Gewohnheit“ – meine Freundin hat mir beigebracht, dass das „Ich“ die richtige Antwort auf die meisten Fragen ist wie zB: Wer hat das vergessen, wer ist schon wieder zu spät aber vor allem, wer ist schuld?)

Schon beim Betreten des Lokals machte MC keinen Hehl daraus, wie gerne er sich mit Gästen unterhalten möchte:  I: „Grüß Gott, I hätt bitte gern a großes Spezi.“  MC,  der kaum 2 Meter entfernt von mir stand, würdigte mich keines Blickes, nahm wortlos einen Kaffee, stellte ihn aufs Tablett und verschwand nach draußen. Wenig später kehrte er zurück und kurz darauf MC: „Wer hat das Spezi bestellt?“  Immerhin hatte er meine Worte doch vernommen…

Im Hinteren des Lokals befand sich unser Spielraum. Direkt neben dem Eingang ein kleiner „freier“ Tisch. Da R keinen Gegner vorfand nahm er den Spielbericht, um ihn mit der Aufstellung der Leibnitzer zu ergänzen und setzte sich an besagten Tisch. Die Partien begannen und mein Mittagessen machte sich bemerkbar: „A geh net scho wieder  a Caro Kann, i kann´s net mehr sehen – ich muss hier weg!“  Da ich zu der Kategorie Männer (zum Sch… nehmts die Kronenzeitung) gehöre, dauerte es dann doch eine Weile bis ich wieder zurück war. Als ich gerade wieder Platz nahm, drang ein sehr penetranter aber durchaus vertrauter Duft in meine Nase. Ich dachte mir: „Na, des kanns ja wohl net sein … die Toiletten waren ja auch sehr sauber …  na des gibt´s net“  Nichtsdestotrotz ging ich auf den Gang und kontrollierte meine Schuhe und Kleidung, als mir R gerade mit einem etwas verschmähten Lächeln am Gang entgegen kam. R:  „Waßt wos mir grod passiert is Sonny? Do liegt a Hundehaufen unterm Tisch … und i bin einigstiegen.“ I: „Du? Find i guat, na, i woa grod am Häusl und dachte schon …“ Er erklärte mir, dass er auch schon (nachdem er sich selbst wieder halbwegs in Schuss brachte) bei MC war und sich dort folgender Dialog ereignete R: „Äh, da ist ein Hundehaufen in unserem Spielraum…“ MC trocken: „I hob grod ka Putzfrau do!“

Beruhigt und mit einem verschmitzten Lächeln („I sogs glei – i woars net…“) setzte ich mich wieder an mein Platzerl.  Nach einer mindestens ebenso langen Weile, tauchte dann doch noch eine Putzfrau – politisch korrekt und in dem Fall auch zutreffender wäre wohl „Raumkosmetikerin“ – auf, danach besserte sich das Raumklima zusehends wie auch meine Stellung und so konnte ich mir, wie auch in Runde 1 gegen Gerhard Jezt, durch einen sehr frühen Fehler von Leo Weiß (der allerdings in seiner Zeitnot doch noch einmal von mir die Gelegenheit bekommen hätte die Partie wieder ausgleichen zu können) einen letztlich gewinnbringenden Vorteil  verschaffen…

Tamas hatte mit Alex Schriebl (Zitat Alex: „I hob eigentlich eh gwusst, dass ma im Benoni irgendwann mal h3 spielen soll … das Springermanöver hat er dann aber echt schön gspielt und i hob die Quali geben müssen…“) und  Mehrquali im Endspiel kaum Mühe die Partie sicher zu gewinnen.

Thomas M. hatte auch zwei sehr ähnliche Partien. In Runde 1 gegen Gerald Almer stand er lange immer klar besser. Nach dem Verlust seines weit vorgedrungenen Bauern, der das schwarze Spiel fast lähmte, hatte er sogar etwas Glück, dass zu Beginn des Turmendspiels Gerald seinerseits nicht die richtige Fortsetzung fand, und so konnte Tom die Partie dann doch noch halten. Auch in Runde 2 stand er nach der Eröffnung gut, doch auch hier musste er sich zuerst im Bauernendspiel und dann im Damenendspiel mit Minusbauern gegen Thomas Matosec  lange quälen (wir tranken indes ein Bier an der Bar und unterhielten uns mit den Leibnitzer Kollegen. Dass wir bei der Bestellung von MC weiter eifrig ignoriert wurden, versteht sich von selbst…), um die Punkteteilung zu fixieren. Sinngemäßes Zitat unseres „Masters der Unter- und Übertreibungen“: „I spü so schlecht zur Zeit, des is echt unglaublich, dass i überhaupt aufgstellt werd…“  Dazu ist zu sagen, dass die Trainer und die Vereinsführung  nach Rücksprache mit dem Spieler zum Schluss gekommen sind, ihn aufgrund seiner derzeitigen Form in den B (Liga) Kader zu stufen, damit er dort durch Siege wieder das nötige Selbstvertrauen und die Selbstverständlichkeit des Siegens zurückgewinnt, um dann wieder eine Stütze der Südligamannschaft sein zu können…

Maxi spielte in Runde 1 gegen die stärkste Dame des Felbacher „Frauen-Triumvirates“ (das durchaus oft die „Schuld“ an einem Mannschaftssieg der Felbacher trägt – Jasmin Schloffer spielte zur gleichen Zeit bei der Jugend WM in Südamerika) Reka Horvath. Anfänglich gefiel mir seine Stellung nicht so besonders (was natürlich nichts heißen mag). Im Mittelspiel wickelte er eine kleine taktische Kombination, die ihm wohl den Sieg beschert hätte, „verkehrt“ ab, und so konnte er dann trotz Mehrbauern im allerdings ungleichfärbigen Läuferendspiel keinen Vorteil mehr herausholen. Auch Reka hatte gegen Ende des Mittelspiels wohl noch Möglichkeiten aufgrund eines gefährlichen Freibauerns auf Sieg zu spielen, der ging jedoch verloren…

Mikey bekam es in Runde 1 gegen die stark aufspielende Sandra Wilfling zu tun. Zu dieser Partie ist eigentlich nicht viel zu sagen, denn sie verlief über einen sehr,  sehr langen Zeitraum sehr einseitig. Die junge Dame übte viel Druck auf die schwarze Stellung aus, aber Mikey verteidigte sich unglaublich zäh. Nach langem Kampf schaffte er es auch ins Endspiel, das beidseitige Chancen zugelassen hätte. Letztendlich wählte unser  zuverlässiger „Blitzorganisator“ den sicheren Remisweg. In Runde 2 war es genau umgekehrt. Hier hatte er gegen Heinz Kratschmer  klar das Zepter in der Hand. Einen kleinen Vorteil aus der Eröffnung verwandelte er in einen Mehrbauern auf der a-Linie, der vielversprechend im T+L vs. T+S Endspiel aussah. Durch eine Ungenauigkeit im Streben zu gewinnen, stellte er leider den Läufer ein und musste sich danach unglücklich geschlagen geben. Die logische Konsequenz kann nur ein Sieg in Runde 3 sein…

Walter überraschte mich in der ersten Runde mit seiner erstmaligen Absage, um aber dann in Runde 2 gegen Gerhard Kubik gleich wieder mit Schwarz voll zu punkten. Er bemängelte zwar, dass ich ihn fast immer nur mit den schwarzen Steinen „spielen lasse“, dazu kann ich nur sagen: Sehr gerne! Seine Stellung war für mich auch sehr unklar. Der Weiße übte jedenfalls sehr viel Druck auf den b-Bauern aus. Da ich den entscheidenden Moment verpasste, nehme ich an,  dass Walter diese „weiße“  Ablenkung auf der b-Linie (es war glaube ich Vassily „Chucky“ Ivanchuk, der einmal sagte: „Taking the b-pawn is like being married“) zum Anlass nahm, den weißen Monarchen ins Visier zu nehmen und sich damit den ganzen Punkt einheimste…

Martin überraschte mich schon vor der ersten Runde sehr positiv. Da er beruflich bedingt im Herbst nur sehr wenig Zeit am Samstag zur Verfügung hat und Walter bekanntlich ausnahmsweise nicht verfügbar war, fand ich mit ihm sehr schnell einen adäquaten „Ersatz“, der dann auch einen sehr wichtigen ganzen Punkt gegen Heribert Rauch beisteuern konnte. Martin hatte bereits das überlegene Läuferpaar gegen das Springerpaar, die Idee von Heribert war an sich auch sehr hübsch (einer seiner beiden Springer drohte bereits die Gabel auf König und Dame, das Feld war jedoch von Martins Bauern gedeckt, so beschloss er dies auch mit dem zweiten Springer anzudrohen. Grundsätzlich sprach ja nichts dagegen, bis auf Martins Dame, die dieser Gabel entging indem sie den Springer einfach vom Brett nahm…).  Gegen Anton Krasser in Runde 2 behielt Martin nicht nur die Kontrolle über sein Spiel, sondern auch über das gesamte Match und so  konnte er sich zu einem für uns sehr günstigen Zeitpunkt mit seinem Kontrahenten auf eine Punkteteilung einigen, die uns in dieser Begegnung den Mannschaftssieg praktisch bereits fixierte.

Felix und Domi waren in Runde 1 gegen Paul Mario Steiner bzw. David Lafer aus meiner Sicht klare Favoriten. Da auch Domi am Samstagvormittag arbeiten musste und sein Einsatz nicht ganz fix war, ging ich um die Mittagszeit nur sehr zaghaft an mein Telefon. Glücklicherweise wollte er mir nur mitteilen, dass es sich sicher ausgehen würde…

Während Felix mit seinem Kontrahenten scheinbar kaum Mühe gehabt hatte und einen Bauern nach dem anderen abstaubte, tat sich Domi lange Zeit doch sehr schwer, um sich einen „echten“ Vorteil zu erarbeiten. Schlussendlich war es aber dann doch er, der seine Partie dann sicher gewinnen konnte, während Felix, der eine Hand voll Bauern mehr hatte, an diesem Tag keinen Weg fand, um diese auch ins Ziel „fahren“ zu lassen. So verbiss er sich immer mehr in einen „falschen“ Plan und ließ unzählige Möglichkeiten aus, um die Partie doch noch zu seinen Gunsten zu entscheiden. Am Ende hatte sein Gegner, der überraschend gut verteidigte, es tatsächlich geschafft so etwas wie eine „Festung“ zu errichten.

Zwei zwar recht knappe 5:3 Siege, die aber dem Spielverlauf nach nicht gefährdet und durchaus auch verdient waren…

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