Nachruf Anton Winkler

Ing. Anton Winkler kam im Frühjahr 1982 zu unserem Schachverein. Sein Jugendfreund Hans Steyrer (damals Gleisdorfer Stadtmeister) hat Toni, so durften wir ihn bald nennen, dazu animiert.

Uns ist sofort sein geradliniges und sehr durchdachtes Angriffsspiel aufgefallen. Dadurch eignete er sich auch für „höhere“ Aufgaben. So setzten wir ihn bereits in seinem ersten Meisterschaftsjahr für Gleisdorf zweimal in der Landesliga am Spitzenbrett ein. Dabei erreichte er sogar ein sehr umkämpftes Unentschieden gegen den starken Gegner des Grazer Schachvereines Waagner Biro.
Meist kam er aber in der 2. Mannschaft am Spitzenbrett zum Einsatz. Da er auch sehr stark beruflich engagiert war, konnte er nicht so viel Zeit für seinen geliebten Schachsport aufwenden, wie er es gerne gemacht hätte.
Doch immer, wenn er um einen Einsatz gefragt wurde und der Zeitpunkt passte, war Toni  zur Stelle und hat uns ganz selten eine Absage erteilt.
Was Toni auszeichnete, war seine  Handschlagqualität und Zuverlässigkeit. Wenn er etwas zugesagt hatte, dann konnte man sich hundertprozentig auf ihn verlassen. Das wird ihn sicher auch im Berufsleben ausgezeichnet haben.
Ein Höhepunkt in seiner Schachkarriere war sicherlich die Saison 1987/88. Da war Toni Mitglied der Meistermannschaft der Südliga und der 1. Klasse.
So es seine Zeit erlaubte, nahm er gerne an der Gleisdorfer Schachstadtmeisterschaft teil und es war auch eine Selbstverständlichkeit, Ausflüge der Schachmannschaft beizuwohnen. Ich kann mich an viele schöne Stunden in Radenci (Slowenien), Neumarkt/Steiermark und Pecs (Ungarn) erinnern. Interessiert hörten wir dann Tonis Schilderungen aus seiner beruflichen Zeit im Ausland zu. Da waren einige Schmankerln dabei.
Als Toni  das Pensionsalter erreichte, hofften wir, dass wir mehr Zeit miteinander verbringen werden.
Leider machte eine heimtückische Krankheit einen Strich durch diese Rechnung. Im Herbst 2014 durfte ich Toni im Krankenhaus besuchen. Es schien so, als ob er als Sieger aus diesem Kampf hervorging. Toni war so optimistisch und wir freuten uns mit ihm. Doch leider hatte die Krankheit einen entscheidenden Zwischenzug und Toni konnte diesen nicht mehr parieren.
Am 16. Juli 2017 hat Toni diesen aussichtslosen Kampf aufgegeben.
Die Verabschiedung findet am 28. Juli 2017, um 14 Uhr in der Aufbahrungshalle beim Zentralfriedhof in Graz statt.
Es ist bitter, einen so lieben Menschen verloren zu haben.
Die Erinnerung an ihn wird in mir aber ständig weiterleben. Ich bin mir sicher, mit diesen Worten im Namen der Gleisdorfer Schachkollegen gesprochen zu haben.

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