Landesliga: Schachamazonen Graz vs. Gleisdorf

Heiß her geht es derzeit in der Landesliga. Während Austria Graz vor den beiden letzten Runden bereits wie der sichere Sieger aussieht, kämpfen noch mehr als die Hälfte der Mannschaften gegen den Abstieg. Darunter befinden sich auch Gleisdorf und die Schachamazonen, die diesen Samstag im „Kellerduell“ aufeinandertrafen. Doch auch nach einen schwarzen Herbstsaison geben wir uns keinesweg geschlagen, sondern spielen vielmehr verbissen um jeden einzelnen Punkt. Eine „Gänsehautpartie“ gegen die Schachamazonen…

Brett 1: FM Richard Singer (2224) – FM Sandor Horvath (2260): 1-0

Verbissen fightet Sandor am ersten Brett um den Punkt. Doch der „Schachamazon“ behält in einer sehr komplizierten Stellung die Übersicht und landet in einem Damenendspiel mit Springer gegen Läufer und Mehrbauern. Dort gelingt es dem Weißen dann die Damen zu tauschen und schließlich das zu favorisierende Endspiel nach Hause zu spielen. 0-1 aus der Sicht des Gleisdorffans.

Brett 2: Martin Walzl (2154) – Stefan Steiner (2293): ½-½

Martin spielt gegen den starken Grazer von Beginn an eine wohlüberlegte und solide Partie. Gegen das weiße System findet Stefan Steiner kein Rezept und man einigt sich relativ rasch auf eine verdiente Punkteteilung. Auch wenn sich Martin in diesem Schachjahr wesentlich mehr Punkte verdient hätte, so tut ein Remis gegen einen Spieler von der Klasse eines Stefan Steiners sicherlich gut.

Brett 3: NM Mag. Heimo Löbler (2155) – Maximilian Ofner (2145): 0-1

Heimo Löbler spielt gegen mich in der Eröffnung einen sehr ambitionierten, wohl aber ungenauen Plan, indem er seine Dame sehr früh ins Spiel bringt. Als es mir dann gelingt, diese am Rande des Brettes einzusperren, hilft ihm nur mehr ein Figurenopfer aus dem Schlamassel. Den Materialvorteil zu verwerten fällt mir zwar ziemlich schwer, nach überstandener Zeitnot gelingt es aber doch noch.

Brett 4: Thomas Sonnberger (2091) – Josef Schnabel (2068): ½-½

Kurz sieht es so aus, als würde Sonny in der Eröffnung durch eine taktische Raffinesse eine Bauern einheimsen, doch der Nachziehende weiß das zu verhindern. So bleibt die Stellung im Gleichgewicht und wird schließlich remis gegeben.

Brett 5: Johannes Kerschbaumer (2110) – MK Dipl.-Ing. Thomas Pöltl (2184): ½-½

Unser großer Kämpfer an diesem Wochenende ist zweifellos Thomas. Schon nach kurzer Zeit landet er in einem besseren Endspiel und versucht dieses um jeden Preis zu gewinnen. Aber auch sein Gegner verteidigt sich zäh und so nimmt die längste Partie an diesem Nachmittag ihren Lauf. Als alle anderen Partien bereits beendet wurden und der Mannschaftssieg in Sichtweite ist, lässt sich Thomas nicht beirren, sondern versucht weiter die Partie zu gewinnen. Obwohl es am Ende nur für ein Unentschieden reicht, könnte sich so mancher eine Scheibe von Thomas‘ Kampfgeist abschneiden.

Brett 6: MK Walter Ebner (2100) – Thomas Böhm (2056): 1-0

Walter, der in dieser Saison schon öfters groß aufzeigte, zeigt auch diesmal mit dem Ablehnen eines frühen Remisgebots, wo es lang geht.  Danach gelingt es ihm zuerst einen leichten Offizier seines Gegenübers abzuwerben und schließlich die Partie zu gewinnen. Mit diesem wichtigen Sieg trägt er wesentlich zum erwünschten Klassenerhalt bei.

Brett 7: Dr. Robert Kolm (1942) – Michael Missethan (2000): 0-1

Auch unser Student hat die Fähigkeit, in schwierigen Situationen kühlen Kopf zu bewahren, schon mit der Muttermilch verabreicht bekommen. So kann Mikey seinen Gegner in einer Caro-Kann-Variante austricksen. Was folgt ist ein Endspiel mit Mehrbauer. Umsichtigt vereitelt er jegliches Gegenspiel und verhindert etwaige Schmähs, wodurch er mit dem ganzen Punkt belohnt wird.

Brett 8: Manuel Kulmer (1245) – Laura Hiebler (1901): 0-1

Sehr positiv fällt mir in dieser Saison das Talent von Manuel auf. Auch gegen die „Schachamazonin“ Laura spielt Manuel lange auf Augenhöhe mit und muss sich erst am Schluss aufgrund eines Mattnetzes geschlagen geben. Gegen die mehrfache Staatsmeisterin ist es allerdings keine Schande zu verlieren, was sich auch der Berichteschreiber an dieser Stelle eingestehen muss.

zuist kein besonders hoher Sieg, zu ist kein Kantererfolg, aber es genügt für zwei Mannschaftspunkte! Möglich wurden diese beiden heiß ersehnten Punkte durch den geschlossenen Kampfgeist, der in dieser Runde an den Tag gelegt wurde. Und siehe da: Gleisdorf findet sich auf Tabellenplatz 7 wieder!

3 Gedanken zu „Landesliga: Schachamazonen Graz vs. Gleisdorf

  1. Ein toller und gut formulierter Bericht. Er spiegelt die Dramatik im Abstiegskampf wider.
    Ein Lob an die Mannschaft. Man sieht, dass der Klassenerhalt unbedingt geschafft werden will – ja soll.

  2. Eine tolle Leistung! Wenn ich so einen Bericht lese, beginnt mein Schachherz schneller zu schlagen. „Wir“ sind in einem tollen Verein. Gemeinsam schaffen wir noch viel. Und unser „Nachwuchs“ wird immer mehr zur „Speerspitze“! Danke „Jungs“ für die tolle Arbeit!

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