Landesliga: Leoben – Gleisdorf

Mit Leoben bekam es unsere Mannschaft am vergangenen Wochenende mit einem sehr harten Brocken zu tun. Die Obersteirer, die klare Titelambitionen äußern, waren von der Papierform her Favorit. Den fleißigen Berichteleser erwartet diesmal ein Match von David gegen Goliath.

Brett 1: Robert Kreisl (2403) – Tamas Horvath (2381): 1-0
Nach eigenen Angaben ging Robert gut vorbereitet in die Begegnung mit Tamas. So kam es, dass unser Legionär und „Leobenschreck“ (nachdem er im Vorjahr Großmeister Shengelia mit den schwarzen Steinen das Fürchten gelehrt hatte) nicht so richtig in die Partie fand. Der Verlauf der Partie blieb mir leider vorenthalten, zum Schluss stand die eins dann aber bei Leoben.

Brett 2: Martin Walzl (2069) – Harald Genser (2245): 1-0
Auch in dieser Runde war das 2. Brett unserer Gegner – wie so oft in diesem Jahr – äußert stark besetzt. Martin wehrte sich jedoch verbissen und testete sein Gegenüber in einem Karlsbader Bauernaufbau. Harald Genser bestand aber die Prüfung, heimste sich eine Mehrqualität für einen Bauern ein und gewann schließlich die Partie.

Brett 3: Karl-Heinz Schein (2187) – Maximilian Ofner (2122): 0-1
Ich hatte die Ehre gegen Trainerlegende Karl-Heinz Schein antreten zu dürfen. Die Partie folgte anfangs meiner geliebten Caro-Kann Eröffnung und hielt sich lange im Gleichgewicht. Beim Übergang ins Endspiel unterlief Herrn Schein allerdings eine kleine Ungenauigkeit und so konnte ich einen sehr starken Läufer vorweisen. Die Sache war jedoch aufgrund der Aktivität der weißen Türme nicht ganz klar, als ich dann aber das Gegenspiel unterbinden konnte, dauerte es nicht mehr lange bis zum Sieg.

Brett 4: Walter Ebner (2080) – Mario Brunnsteiner (2140): ½-½
Walter befand sich in der ungewohnten Lage, außnahmsweise mit weiß zu spielen. Bereits vier Schwarzpartien in Folge hatte er zuvor gehabt. Das ist aber auch schon alles, was ich zu diesem Game zu sagen habe. Die beiden Kontrahenten einigten sich nämlich sehr schnell auf eine Punkteteilung.

Brett 5: Georg Reiss (2122) – Michael Missethan (2046): 0-1
Unser „Topscorer“(nun schon bravouröse 5 aus 7 – das enstpricht einer Performance von 2253 Elo) glänzte auch an diesem Wochenende. Es ereignete sich eine sehr spannende Partie, in der Weiß, nach kurzer Rochade von Mikey, einen Springer auf f7 „einischnolzte“. Erzwungenermaßen musste unser Mathestudent das Ross mit seinem König beseitigen. Was folgte war eine Königswanderung und eine unklare Stellung. Eine Unachtsamkeit seitens Schwarz hätte wohl eine Niederlage bedeutet, Mikey behielt aber die Nerven und gewann schlussendlich durch den Klappenfall des Gegners.

Brett 6: Martin Knoll (1974) – Hermann Strallhofer (2018): 0-1
Ein großer Dank gilt Knolli, der, nach mehreren krankheitsbedingten Ausfällen, sich dazu bereit erklärte, extrem kurzfristig einzuspringen. Nun aber zur Partie: Der fleißige Berichteleser versäumte eine typische Knollpartie: aggressiv, opferlastig und ohne Rücksicht auf Verluste. Aggressiv, weil Martin schon zu Beginn ein wahres Angriffsfeuerwerk auf den gegnerischen König zündete. Opferlastig, weil so manche Figur für die höhere Sache vom Brett verschwand. Ohne Rücksicht auf Verluste, weil  nach verblasstem Angriff gegen Ende, auf einmal auch Schwarz zu einem Gegenschlag ausholte. Der traf leider voll ins Schwarze. Trotzdem: Eine sehr unterhaltsame Partie, die auch gut und gerne zu Martins Gunsten enden hätte können.

Brett 7: Oliver Wagner (1944) – Florian Bloder (1875): 1-0
Florian meldete sich nach längerer Schachpause mit voller Stärke zurück. So spielte er sich durch seinen wuchtigen Sieg gegen August Benedikt (in der Südliga) souverän in die Landesligamannschaft. Gegen Oliver Wagner folgte er einer theorielastigen Variante, in der Wagner allerdings sehr viel Aktivität erlangte. Die Aktivität wurde schließlich und endlich in einen Sieg umgemünzt, dessen ungeachtet freut es mich jedoch sehr, Florian wieder an Board begrüßen zu dürfen!

Brett 8: Manuel Kulmer (1277) – Daniel Kölber (1603): 0-1
Die Ehre erwies Manuel das leobner Jugendtalent Daniel Kölber. Manuel konnte anfangs gut mithalten, sah sich aber mit fortschreitender Partie zunehmend mit Zeitproblemen konfrontiert. Diese mündeten in den Verlust einiger Bauern, was Daniel dann mit sauberer Technik heimspielte.

zu – man muss nicht gerade Mathematikstudent sein, um zu erkennen, dass es nicht zu einem Sieg gereicht hat.  Nun wird Gleisdorf die Meisterschaften von ganz hinten aufmischen. Ich möchte die Lage mit einem legendären Zitat von Toni Pfeffer beschreiben: „Hoch werd mas nimma gwinnen, des is amol kloa“. Doch hoch gewinnen müssen wir die Liga auch nicht, ich traue mich zu sagen, dass uns der Klassenerhalt genügt. Für die letzten Runden heißt es noch einmal alle Kräfte zu mobilisieren und alle Register zu ziehen. Es wäre nicht das erste Mal, dass wir in den letzten Runden noch überraschen…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.