M. Missethan sensationell in Graz

Noch ist die Offene Steirische Landesmeisterschaft voll im Gange und doch scheint die Sensation bereits perfekt zu sein: Nach einem Sieg von Michael in Runde sechs gegen den amtierenden Staatsmeister IM Mario Schachinger befindet sich der Gleisdorfer auf Platz drei, eine Position, in der er in der letzten Runde kräftig um den Sieg mitmischen kann.

Wie ist es aber zu diesem Erfolg gekommen? Ein kurzer Überblick über die Runden davor:

Runde 1: Michael Missethan (2000) – DI Martin Antenreiter (1660)

Als Startnummer 16 im 35-köpfigen Teilnehmerfeld dürften nur wenige Michael, der im Verein auf den klangvollen Namen „Mikey“ hört, von Beginn an auf ihrer Liste gehabt haben. Gegen die Nummer 33 setzt es aber in der ersten Runde den erwarteten Sieg.

Mikey bei einem Meisterschaftsspiel im vergangenen Jahr
Mikey bei einem Meisterschaftsspiel im vergangenen Jahr

Runde 2: WIM Anna-Christina Kopinits (2205) – Michael Missethan (2000)

In der darauffolgenden Runde kommt der Stein dann allmählich ins Rollen. Mit WIM Anna Christina Kopinits spielt er eine österreichische Topspielerin an die Wand. Als Schwarzer erkämpft er sich bereits kurz nach der Eröffnung zwei Bauern und setzt seine Kontrahentin stark unter Druck. Der verdiente Sieg wird nur durch einen Schnitzer in der Zeitnotphase, bei der Mikey leider die Qualität verliert, wieder verschenkt und die Partie endet Remis.

Runde 3: Michael Missethan (2000) – Kiaras Pretterhofer (1960)

Gegen den jungen Grazer ist es dann auch an der Zeit, dass Mikey sein Geschick und seine Technik im Endspiel zeigt. Erst gegen Ende der Begegnung kann er die schwarze Stellung entscheidend knacken. Zwischenstand nach drei Runden: Mikey 2½ aus 3, was den geteilten dritten Platz mit Vereinskollegen MK Ronald Frosch bedeutet.

Runde 4: FM Robert Aschenbrenner (2235) – Michael Missethan (2000)

Auch gegen den zu favorisierenden Gastspieler aus Graz spielt Mikey frei auf, was nach der Eröffnung zu einer guten Stellung mit Mehrbauer führt. Allerdings scheint Mikey dann einen kurzen Moment versteinert zu sein und landet in einem Mattnetz, aus dem er keinen Ausweg mehr findet. Unterm Strich eine unglückliche Niederlage in Runde vier.

Runde 5: Michael Missethan (2000) – Robert Peter Deutschmann (2025)

Noch geschockt von der vorherigen Partie kann Mikey nicht ganz an seinen Erfolgslauf anschließen und steht mit Weiß bereits sehr früh am Rande einer Niederlage. Doch jeder der Mikey kennt, weiß dass sein Schach sich durch genaue Verteidigungszüge in schwierigen Stellungen auszeichnet. Er entwischt einem Matt in zwei Zügen und rafft sich noch einmal zum Konter auf. Dieser Konter hat entscheidende Wirkung und bringt den ganzen Punkt.

Runde 6: Michael Missethan (2000) – IM Mario Schachinger (2413)

Von einem Stein kann längst keine Rede mehr sein: In der vorletzten Runde bringt Mikey den Fels zum Bröckeln! Mit Mario Schachinger sitzt ihm kein Geringerer als der frischgebackene Staatsmeister gegenüber. Aber Mikey lässt sich nicht einschüchtern und macht das scheinbar Unmögliche möglich, indem er Schachinger einen vollen Punkt abnimmt!

Runde 7: FM Kurt Fahrner (2306) – Michael Missethan (2000)

Bleibt zu hoffen, dass das noch nicht der Höhepunkt seines Sensationslaufes ist. In der letzten Runde wird er es am Sonntag noch mit dem FIDE-Meister Kurt Fahrner aus Graz zu tun bekommen. Mit einem Sieg wäre der Landesmeistertitel durchaus denkbar. Aber ohnehin darf man mehr als zufrieden sein mit Mikeys Leistung. Ein Plus von 78 Elo-Punkten spricht für sich.

Abschließend möchte ich noch meine eigenen Gedanken einbringen: Es ist schön zu sehen, dass Mikeys Training Früchte trägt. Aber gerade er verdient sich diese Erfolge, tritt er nicht in letzter Zeit als engagierter Vereinsmensch auf und organisiert beispielsweise das allseits bekannte „Vereinsblitzen“ bzw. mittlerweile ab September auch eine Trainingsserie (Infos auf der Homepage).

Aber auch zwei weitere Gleisdorfer, MK Ronald Frosch und Franz Amtmann, dürfen nicht im Schatten untergehen, erzielen sie ja auch respektable Leistungen. Näheres hierzu findet man unter: Chess-Results.

2 Gedanken zu „M. Missethan sensationell in Graz

  1. Wirklich ein ganz toller Bericht von unserem „Chessonaut“ Mex. Spannend, ganz genau auf den Punkt beschrieben. Die Reportage zeigt, dass Mex sicherlich alle Partien von Mikey nachgespielt hat. Leider fehlt der Sensationssieg gegen Staatsmeister IM. Schachinger derzeit noch im Internet. Ich selbst hatte die Gelegenheit, einen voll konzentrierten Mikey live bei der Siegpartie zu beobachten. Großes Kompliment meinerseits. Aber auch an Ronny und Franz, die ebenfalls (wie im Bericht beschrieben) ein tolles Turnier spielen. Alles Gute Mikey für die Schlussrunde, die knapp in einer Stunde beginnt. Die Erfolge zeigen, was das gute Training mit Robert Kreisl, der Ferienjob als Buchsortierer und die Tätigkeit als derzeitiger Chefzusteller bei Plautz ausmachen. Claus

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