Interview mit M. Huber

Seit diesem Jahr FM und bereits zum sechsten Mal Österreichischer Meister – ohne Zweifel eine Bilanz, die sich sehen lassen kann. Die Rede ist natürlich von Martin Christian Huber, einem der stärksten österreichischen Jugendspieler. Doch was steckt hinter diesen Erfolgen? Ein Interview gibt Einblick…

Herzliche Gratulation zum FM – Titel und zum Sieg der diesjährigen U16 Staatsmeisterschaft! Jetzt drängt sich natürlich die Frage auf, wie deine Ziele in naher bzw. ferner Zukunft aussehen…

„Vielen Dank! Also mein Hauptziel war immer, einmal Großmeister zu werden. Dazu muss man natürlich viele kleine Ziele erfüllen – wie zum Beispiel mit einer IM-Norm einen Schritt Richtung IM-Titel zu machen. In beruflicher Hinsicht möchte ich mal die Matura in zwei Jahren absolvieren und dann studieren gehen – Jus, Medizin oder Mathematik oder so.“

Um diese Ziele zu erreichen bedarf es natürlich intensiven Trainings. Woraus setzt sich eigentlich dein Trainingsprogramm zusammen?

„Ich trainiere eigentlich sehr abwechslungsreich. Täglich schaue ich mir zahlreiche aktuelle Toppartien an, versuche die Großmeister in Eröffnung, Mittelspiel und Endspiel zu verstehen. Ich habe mittlerweile auch eine umfangreiche Bibliothek gesammelt, mit der ich viel arbeite.“

Wie bist du überhaupt zum Schach gekommen?

„Zu Schach bin ich im Dezember 2007 in den Weihnachtsferien gekommen. Weil mir fad war! Irgendwann zeigte mir mein Papa das Spiel und dann brachte ich es mir mit dem Computer selbst bei.“

Faszination Schach: Was gefällt dir am besten?

„Am Schach gefällt mir die unendliche Kreativität – und dass es eigentlich so kompliziert ist. Mich fasziniert, wie schwer das Spiel ist, aber dass man eine Partie trotzdem leicht gewinnen oder verlieren kann.“

Wo siehst du deine Stärken und Schwächen?

„Meine Stärken liegen sicher in der Eröffnung. Schwächen sehe ich vor allem im Endspiel. Da fehlt mir viel Wissen und ich versuche das aufzuholen.“

Hättest du auch einen Tipp für andere, die ihr Schachspiel verbessern wollen?

„Mein Tipp ist in erster Linie: Viel spielen. In jeder Partie lernt man was. Wenn das nicht funktioniert muss man einfach arbeiten. Man muss immer an seine Grenzen gehen und darf nicht aufgeben.“

Leider ein immer aktuelleres Thema: Computerbetrug im Schachsport. Sind deiner Meinung nach schärfere Maßnahmen von Nöten?

„Ich finde Computerbetrug wirklich schlimm. Es macht den Sport kaputt! Und natürlich muss man es härter ahnden. Wenn jemand im Radfahren oder Langlaufen dopt, kann er lebenslang gesperrt werden. Im Schach eigentlich nicht. Viele Spieler, die einmal des Betrugs verdächtigt wurden, können trotzdem weiterhin spielen.“

Wie beurteilst du die Entwicklung des Schachs in den letzten Jahren?

„Ich denke Schach ist immer mehr zum Eröffnungssport geworden. Die Zeiten, in denen Legenden wie Kasparov mit taktischen Königsindern ihre Gegner fertig gemacht haben, sind vorbei. Ganz stimmt das aber auch nicht: Mit Magnus Carlsen gibt es jetzt wieder jemanden, der wieder ganz anders spielt. Er versucht „einfach die Gegner nach langem Kampf zu Fehlern zu zwingen“ und nutzt diese beinhart aus! Ich denke mit ihm und durch ihn beginnt eine neue Ära.“

Was sind deine anderen Hobbys abseits des Schachbretts?

„Fußball, Tischtennis, Schwimmen, Basketball.“

Schnitzel oder Pizza?

„Schnitzel“

Playstation oder Fußballplatz?

„Fußballplatz“

Eröffnung oder Endspiel?

„Eröffnung“

Carlsen oder Anand?

„Anand“

Schwarz oder Weiß?

„Weiß“

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