Landesliga: Schachfreunde Graz – Gleisdorf

Ein vorletztes Mal in dieser Saison stand eine Landesligarunde am Programm. Mit den Schachfreunden bekamen wir es mit einem harten Brocken zu tun. Man durfte sich demnach auf ein spannendes, umkämpftes Match freuen.

Brett 1: IM Peter Schreiner (2465) – FM Sandor Horvath (2322):
Die längste Partie dieses Schachnachmittags wurde auf Brett 1 ausgetragen. Bereits von Beginn an drückte der Weiße gegen die Stellung von Sandor. Nach und nach konnte der Anziehende seinen Vorteil vergrößern und schließlich in einen Bauerngewinn umwandeln. Doch Sandor blieb hartnäckig und wehrte sich mit aller Kraft dagegen. Was folgte war das Endspiel Turm + Läufer mit Mehrbauer gegen Turm und Springer. Zugegeben, zu kompliziert für mich. Schreiner konnte jedoch seine Klasse ausspielen und schlussendlich verdient gewinnen.

Brett 2: Martin Walzl (2080) – FM Martin Huber (2242):
Heute bekam es Martin mit Youngstar Huber zu tun – diesmal als Gastspieler getarnt. In der Eröffnung entschied er sich für eine – den Ausdruck bitte zu entschuldigen – „woame“ Variante, in der relativ früh Figuren getauscht wurden und eine nahezu symmetrische Stellung entstand. Gegen diese Taktik fand auch Martin kein richtiges Konzept und so einigte man sich auf Remis.

Brett 3: FM Walter Kastner (2181) – MK Thomas Poeltl (2104):
In der Eröffnung besaß Thomas zwar die schlechtere Bauernstruktur, verfügte aber über etwas Gegenspiel am Königsflügel. Er versuchte noch mit h5 etwas Zählbares herauszuholen, doch dies blieb beim Versuch und die Partie endete remis.

Brett 4: Thomas Sonnberger (2131) – Georg Kravanja (2180):
Eine sehr umfochtene Begegnung ereignete sich auf Brett 4. Anfangs schienen die Chancen zwar noch einigermaßen gleich verteilt, danach kam die Partie aber immer mehr ins Rollen. Beide legten großen Kampfgeist an den Tag und spielten ein Läufer gegen Springer Endspiel aus. Auch wenn Sonny alles Mögliche unternahm, vermochte er dennoch nicht die gegnerische Bauernstruktur zu knacken, weshalb die Partie schließlich unentschieden ausging.

Brett 5: FM Steffen Birk (2246) – Martin Knoll (2032):
Herr Birk versuchte Knollis Caro-Kann mittels e6-Bauernopfer zu widerlegen. Knolli zeigte sich jedoch unbeeindruckt und blitzte das Match zu Ende. Was anfangs noch vielversprechend aussah, endete im Qualitäts- und zu guter Letzt im Partieverlust.

Brett 6: Michael Missethan (1978) – Florian Kainrath (2128):
Mikey zeigte sich in der Eröffnung besonders ambitioniert und verschaffte sich mit g4 am Königsflügel Raum. Der Nachziehende konterte jedoch mit einer gefährlichen Bauernwalze am Damenflügel und so kam Mikey nach und nach ins Hintertreffen. Durch genaue Züge und „zähe“ Spielweise konnte er die Stellung jedoch noch in den Remishafen lenken.

Brett 7: Pretterhofer Kiaras (1950) – Robert Trummer (1918):
Zu Beginn sicherte sich Weiß einen kleinen Vorteil, doch richtig interessant wurde es erst gegen Ende hin, als dem Weißen ein Fehler unterlief, der ihm die Figur kostete. Dies resultierte in einem besonders kuriosen Endspiel, in dem Robert mit zwei Springern und zwei Bauern gegen einen Springer und vier Bauern kämpfte.  Weiß konnte allerdings noch den Springer für die zwei letzten schwarzen Bauern opfern und so blieben nur zwei schwarze Springer und zwei weiße Bauern. Endspieltablebases beurteilten diese Stellung als gewonnen, doch aus praktischer Sicht ist so eine Stellung natürlich ungemein schwer zu spielen. Nachdem Robert dann die verbliebenen weißen Bauern „gewonnen“ hatte, einigte man sich auf Remis. (Anmerkung: König + 2 Springer gegen König ist totremis, König + 2 Springer gegen König + Bauer dagegen kann unter gewissen Umständen gewonnen sein, da durch den Bauern das Patt umgangen werden kann.)

Brett 8: Maximilian Ofner (2121) – Alexander Ertl (1564):
Während ich heute anfangs nur auf Schmäh spielte, fand Alexander immer eine gute Verteidigung und duellierte sich mit mir auf Augenhöhe. Später gelang es mir jedoch einen kleinen Angriff mit e- und f-Bauer einzuleiten und durch eine kleine Ungenauigkeit meines Gegenübers konnte ich die Partie schließlich zu meinen Gunsten entscheiden.

Der Endstand lautete somit 3½:4½ aus unserer Sicht. Das bedeutet, dass sich die Schachfreunde noch mitten im Titelkampf befinden und in der letzten Runde gegen Feldbach um den Sieg spielen werden. Ein spannendes Meisterschaftsfinale ist somit dank uns garantiert…

2 Gedanken zu „Landesliga: Schachfreunde Graz – Gleisdorf

  1. Das mit der „woamen“ Variante will ich gar nicht abstreiten. Bei den normalen Varianten, die sich aus der Eröffnung ergeben, hatte ich einfach die Befürchtung, dass Martin die Theorie wahrscheinlich 10 Züge weiter kennt als ich und darauf wollte ich mich nicht einlassen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.