Kreisliga Süd: Gleisdorf – Weiz

In der neunten Runde stand für unsere Südliga-Truppe das Heimspiel gegen Weiz am Programm. Beim Blick auf die Aufstellungen konnte ein Gleisdorfer Übergewicht vor allem an den vorderen Brettern festgestellt werden. Doch wie heißt es nicht so schön: Ein Derby hat eigene Gesetze.


Brett 1: Thomas Manhardt (2198) – Oswald Riedler (2064)
Unser Gastspieler tat sich sehr schwer gegen den sehr solide spielenden Weizer Mannschaftsführer. Er hatte zwar ständig einen minimalen Vorteil, doch viel mehr wollte nicht herausschauen. Und nachdem er dreimal ein Remisangebot abgelehnt hatte, kam es wie es kommen musste. Er stellte in der Zeitnotphase eine Figur und damit die Partie ein.

Brett 2: Elisabeth Klinkan (1934) – Maximilian Ofner (2121)
Auch hier befand sich die Partie lange im Gleichgewicht. Doch schließlich konnte unser Jugendspieler seine Klasse ausspielen und startete einen Angriff auf den gegnerischen König, welchen seine Kontrahentin nur mit der Hergabe zweier Bauern parieren konnte. Dieser Vorteil war nach dem Abtausch ins Turmendspiel für Maxi gewinnbringend.

Brett 3: David Kozomara (2025) – Laura Hiebler (1870)
Nach der Eröffnung schien die Stellung etwas unklar, da David zwar Raumvorteil hatte, jedoch mit seinem in der Mitte platzierten König zu kämpfen hatte. Auch nachdem er sich mit einem taktischen Schlag die Qualität sichern konnte, war die Partie noch nicht entschieden. Denn zur unsicheren Königsstellung kam auch noch die schwarze Drohung eine gefährliche Bauernwalze zu bilden. Doch unser Gast agierte souverän und wehrte gekonnt alles ab und sicherte sich so seinen fünften Punkt im fünften Spiel.

Brett 4: Willibald Felber (1838) – Robert Trummer (1918)
In der Eröffnung opferte Robert kurzzeitig einen Bauern, welchen er aber rasch zurückgewann. Danach hatte er dank seines Läuferpaares und der aktiveren Figurenposition durchaus eine aussichtsreiche Stellung. Doch er konnte diesen Vorteil nicht wirklich ausnutzen und so schien die Partie aufgrund ungleichfärbiger Läufer im Remis zu enden. Aber Robert zeigte unglaublichen Kampfgeist, lehnte in der ersten Zeitnotphase eine Stellungswiederholung ab und zauberte nach knapp sechsstündigem Kampf aus dem Nichts einen schönen Königsangriff aufs Brett. So sicherte er sich an diesem Tag den letzten Punkt.

Brett 5: Felix Bloder (1710) – Wolfgang Wagenleitner (1794)
Alle Fans, die erst um fünf Uhr kamen, konnten hier nichts Gutes erahnen. Denn wenig zuvor hatte Felix den Turniersaal fluchtartig verlassen und wurde an diesem Nachmittag auch nicht mehr gesichtet. Alle, die als Grund dafür eine klare Niederlage vermuteten, lagen absolut richtig. Doch diese setzte es nicht für Felix sondern seinen Gegenüber. Denn schon nach der Eröffnung konnte Felix ein wenig Druck aufbauen, der schließlich zu einem Figureneinsteller des Weizers führte. Daraufhin war auch die Partie bald beendet.

Brett 6: Peter Stockner (1790) – Ferdinand Krispel (1716)
Ein äußerst interessantes Materialverhältnis ergab sich in dieser Partie. Ferdinand hatte Turm plus zwei Bauern für zwei Leichtfiguren. Allerdings musste er ständig gegen einen Weizer Angriff kämpfen. Dieser führte auch dazu, dass er die Qualität zurückgeben musste. Allerdings hatte er nun für die Minusfigur drei Bauern. Doch diese Kompensation erwies sich als nicht ausreichend und so musste er sich geschlagen geben.

Brett 7: Topscorer Dominik Prem (1685) – Dietmar Haidenbauer (1637)
Richtig, Sie haben sich nicht verlesen: Dominik ist in dieser Saison tatsächlich einer unser eifrigsten Punktesammler. Doch noch zwei weitere Überraschungen lieferte er diesmal. Die erste der beiden war, dass er gut aus der Eröffnung kam und die zweite, noch viel größere, dass er ein Remisangebot ablehnte. Und wäre noch nicht der Fasching zu Ende gegangen, das alles würde jeder für einen Scherz halten. Doch so sicherte sich Domi in dieser Partie die Qualität und holte damit den nächsten Sieg. Und so scheint Herr Prem auf dem besten Weg zu sein noch ein richtig passabler Schachspieler zu werden. Also gleich noch eine Überraschung – oder wie Dominik als begnadeter Könner der englischen Sprache sagen würde: the next surprise.

Brett 8: Philipp Skerget (1466) – Sarah Majkovski (1327)
Unsere Jugendspielerin hatte nicht viel zu melden und verlor relativ rasch.

Somit hieß der Endstand im hartumkämpften Derby ohne Punkteteilung 5:3 für Gleisdorf. Damit bleibt unsere Mannschaft weiter im Rennen um Platz drei.

5 Gedanken zu „Kreisliga Süd: Gleisdorf – Weiz

  1. Korrektur zum Bericht auf Brett 1: tatsächlich habe ich 1x im 11. Zug remis geboten.
    Danach gab es jedoch keine weitere Veranlassung, das Angebot zu wiederholen. 😉
    MfG
    Ossi

  2. Wieder ein supertoller Bericht. Gratulation zum Derbyerfolg an die gesamte Mannschaft, vor allem aber den Youngstern.

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