Kreisliga Süd: Feldbach – Gleisdorf

Nach der letzten Pleite gegen Gamlitz stand nun Feldbach als Gegner an. Wir waren uns auch bewusst, dass wir als leichter Außenseiter in die Begegnung gingen, dennoch waren wir optimistisch.

Brett 1: Alois Gutmann (2017) – Thomas Manhardt (2198)

Wegen des doch vorhandenen Elo-Unterschieds sollte Thomas einen wichtigen Punkt beisteuern. Doch dies erwies sich nicht als so einfach wie erhofft, denn Alois emanzipierte sich als Protagonist der Partie. Nach heftigem Überlegen opferte Alois eine Figur und sah für sich klaren Vorteil, doch Thomas spielte sehr genau und konnte dieses Fehlopfer in einen Punkt umwandeln. In der Analyse wurden Figurenopfer, Qualitätsopfer und vieles mehr ausprobiert, doch das richtige Rezept für einen weißen Sieg konnte nicht gefunden werden. 0-1

Brett 2: Maximilian Ofner (2121) – Gerhard Jezt (2002)

Bereits im Cup hieß es Ofner gegen Jezt und wie auch im Cup spielten beide eine ähnliche Variante im Sizilianer. Doch irgendwie kam Maxi nicht wirklich in die Partie, beziehungsweise konnte sich nicht wie im Cup gleich in der Eröffnung einen Vorteil herausspielen. Maxi hatte zwar einen Bauern mehr, stand dafür subjektiv schlechter. In Wirklichkeit war die Stellung so ziemlich Ausgleich, doch danach spielte der Schwarze ein paar ungenaue Züge und Maxi konnte seinen Mehrbauern, welcher noch dazu ein Freibauer war, immer weiter in Richtung 8te Reihe bringen. Schlussendlich gab Schwarz auf, weil dieser keine Mittel mehr fand, den Bauern ohne übermäßigen Verlust noch zu stoppen. 1-0

Brett 3: Reka Horvath (2023) – Martin Knoll (2032)

Diese Partie ist nicht leicht zu beschreiben, ohne die Gefühle von Martin zu verletzten. Das einzige was man sagen kann war, dass er schnell spielte und dass sein Fokus beim 2. Durchgang im Herrenslalom lag. Um eine Verbindung der beiden Sportarten herzustellen, kann man sagen, dass Martin ähnlich wie Benjamin Raich, im ersten Durchgang „eingefädelt“ hat. 1-0

Brett 4: Werner Sailer (1864) – Martin Schröttner (2009)

Dies war die kürzeste Partei der Begegnung, denn relativ rasch einigten sich beide auf Remis. ½-½

Brett 5: Sandra Wilfling (1804) – Felix Bloder (1710)

Sandra eröffnete mit Damengambit und Felix brillierte mit seiner einstudierten Lasker-Variante und so erhielt er relativ rasch Ausgleich. Doch nach einem Fauxpas von Felix erhielt Sandra die Möglichkeit gewaltigen Vorteil zu erlangen. Dies sah sie auch, doch sie spielte die falsche Zugreihenfolge und so hatte plötzlich Felix ein gewonnenes Turmendspiel, welches er trotz etwas ungenauer Spielweise gewinnen konnte. 0-1

Brett 6: Dominik Prem (1685) – Heribert Rauch (1732)

Ich eröffnete mit meiner typischen Schmäh Eröffnung auf Caro Kann, welche so manch einen Gleisdorfer Schachspieler schon zu Verzweiflung gebracht hat. Doch meine Gegner konnte alle Schmähs abwehren und erhielt so Ausgleich, doch im Schwerfigurenendspiel hatte ich ein Blackout und stellte ganz einfach einen Bauern ein. Nach wirrem Herumziehen meiner Figuren und der Hoffnung auf ein Remis spielte ich weiter. Als die Stellung immer kritischer wurde, begann ich die Königsstellung des Schwarzen zu öffnen. Danach hatte auch der Schwarze einen Blackout und so erhielt ich plötzlich eine Gewinnstellung und war im Endeffekt statt einen Bauern hinten plötzlich drei vorne, was ich auch in einen ganzen Punkt umwandeln konnte. 1-0

Brett 7: Jasmin Schloffer (1834) – Franz Amtmann (1663)

Franz antwortete auf Damengambit mit einem Königsinder. Doch eigentlich wollte er keinen Königsinder spielen, wie er bei der Heimreise gesagt hat. Daher entwickelte er seine eigene Variante während der Partie, die es vermutlich nicht in die Lehrbücher schaffen wird, denn er kam immer mehr in Bedrängnis und trotz guter Verteidigung verlor er drei Bauern die ihm dann im Endspiel mit Turm und Springer fehlten. 1-0

Brett 8: Sarah Majkovski (1327) – James Kien (1357)

Sarah spielte bei ihrem Südliga-Debüt eine gute Partie, konnte sie doch in der Eröffnung eine aktivere Stellung erarbeiten, doch dann begann sich die Partie zu wenden. James startete einen Königsangriff, den Sarah ungenau verteidigte und so konnte James den Angriff immer weiter aufbauen und so die Partie gewinnen. 0-1

Ergibt gesamt einen 4½-3½ Sieg für Gleisdorf.

Schlussendlich kann man sagen, dass wir sehr glücklich, jedoch nicht unverdient gewonnen haben. Was aus dem Bericht nicht hervor geht ist die Spannung, denn wir waren relativ rasch ½-2½  hinten und auch die Partien schienen nicht die zwei Punkte Rückstand wieder wett zu machen. Über solche Siege freut man sich immer am meisten.

7 Gedanken zu „Kreisliga Süd: Feldbach – Gleisdorf

  1. Danke für den guten Bericht – und Gratulation an die Mannschaft/Sieger! Zu meiner „Eigenvariante“ – laut PC hab ich sogar einige Zeit einen Gleichstand gehalten – später hab ich dann aber schwache Züge gespielt – und verdient verloren! Ja, ja, Eröffnungstraining bringt schon Vorteile!!!

  2. Kleine Anmerkung zu meinem Opfer: Ganz so ein „Fehlopfer“ war es dann doch nicht. Wie der „Blechtrottel“ zeigt, wäre die Partie bei genauem Spiel ins Remis versandet. 😉

    Gratulation zum Sieg und zum sehr unterhaltsamen Bericht.

    LG
    Luis (Alois)

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