Landesliga: Pinggau-Friedberg – Gleisdorf

Von der Papierform her Außenseiter, doch so einfach geben wir uns dann auch nicht geschlagen! Was folgt ist ein hitziger Auftakt der Landesliga, welcher durchaus überraschende Momente in sich birgt.

1. Brett, IM Mahdy Khaled (2393) – IM Horvath Tamas (2374): Ein Kampf auf Augenhöhe. Gespielt wird die Sizilianische Eröffnung – eine Spezialität von Tamas, da er ja auch schon Bücher über diese Eröffnung publiziert hat. Nach einem Abtausch auf c6 kann Tamas das Läuferpaar vorweisen, als Gegenwert dafür besitzt sein Gegner jedoch die bessere Bauernstruktur. Als die Zeit schließlich auf beiden Seiten knapp wird, einigen sich die beiden Kontrahenten auf Remis.

2. Brett, Walzl Martin (2141) – IM Alvir Aco (2374): Weil wir diesmal leider einige Ausfälle zu beklagen hatten, durfte sich Martin der schwierigen Aufgabe auf Brett 2 gegen Alvir Aco stellen.  Diese meisterte er jedoch mit Bravour! In einem Endspiel mit Dame und Leichtfiguren unterliefen dem Schwarzspieler ein paar kleine Unachtsamkeiten. Martin konnte diese in einen Bauerngewinn umwandeln. Ehe er sich versah, gesellte sich zu seinem onehin schon gewinnbringenden Vorteil ein Springer, den sein Gegenüber offensichtlich eingestellt hatte. So ging es nicht mehr lange her, bis bei Martin die eins stand. Gratuliere zu diesem Achtungserfolg! Übrigens sein zweiter IM, vielleicht ja nur der erste in dieser Saison…

3. Brett, MK Insam Heinz (2219) – MK Ebner Walter (2102): Diese Partie entwickeltet sich bereits sehr früh zu einem offenen Schlagabtausch. Walter rochiert klein, Heinz Insam dagegen groß. In diesem Gefecht besann sich Walter schließlich eine Figur für Aktivität und Bauern zu opfern. Es folgte eine unklare Stellung, doch leider verrechnete er sich in einer Kombination und ihm blieben zwei Türme gegen Dame und Springer. Nach wenigen Zügen musste er dann das Handtuch werfen.

4. Brett, Knoll Martin (2084) – Schieder Andreas (2136): Schon in der Eröffnung schien es, als habe Andreas Martin in einem Franzosen überlistet. Doch Knolli bewies Kampfgeist und arbeitete sich zurück in das Match. Er erhielt zwei verbundene Bauern auf der g- und h-Linie, wobei der h-Bauer ein weit-vorgerückter Freibauer war. Nachteil: Knollis König befand sich gefährlich in der Mitte. Und ebendiese Schwäche war es, die Andreas Schieder gschickt ausnutzte, um die Dame zu gewinnen. Game over, 0-1.

2013_09_28_martin_walter

5. Brett, Mag. Schieder Josef (2017) – Michael Missethan (1971): Mikey kam recht okay aus der Eröffnung, wonach die Partie in ein Endspiel mit Turm und Springer abflachte. Leider hatter er zu dieser Phase der Begegnung schon sehr viel Zeit investiert, weshalb er im Minutentakt gute Züge finden musste. Herr Schieder stellte ihn immer geschickt vor neue Probleme, die Mikey anfangs noch alle abzuwehren vermochte. In akuter Zeitnot von Mikey gewann der Weiße den h-Bauern und daraufhin auch das Endspiel.

6. Brett, MK Wallner Walter (2021) – Dr. Steiner Peter (2014): Walter präsentierte sich in gewohnter Stärke und spielte Herrn Steiner an die Wand. Dieser wusste sich jedoch genau zu verteidigen und so wurde auch diese Partie zu einem Zeitnotkrimi. Zuerst sah es noch ganz danach aus, als habe Walter alles unter Kontrolle. Er verwarf ein mögliches Dauerschach – er spielte weiter auf den ganzen Punkt. Zu guter Letzt fand Herr Steiner allerdings einen studienreifen Abschluss (mit Damenopfer!), der ihm den Sieg einbrachte.

7. Brett, Korn Andreas (2011) – Bloder Felix (1743): Felix spielte nach der Sommerpause wieder erfrischt auf, musste aber eine etwas passive Stellung in Kauf nehmen. Jeder, der Felix kennt, weiß, dass er sich zäh verteidigt und so befand sich das Match immer in Remisbreite. Als Felix aber einen Bauern opferte, um ein forciertes Remis zu erzwingen, fand er sich in einem Turmendspiel mit Minusbauern wieder. Hier war die Klasse des Gegners einfach zu groß und Felix musste zum Schluss seine Niederlage eingestehen. Wir lernen aber daraus, dass Felix ohne weiteres mit 2000ern mithalten kann!

8. Brett, Ofner Maximilian (2064) – Mitterhuber Manuel (1572): Dank der neuen Jugendspieler Regelung durfte ich erfreulicherweiße und mit großem Vergnügen auf dem letzten Brett agieren. Lange blieben wir in theoretischen Pfaden und so kam ich in das Vergnügen eine Figur zu opfern. An dieser Stellung hatte sich schon so mancher Schwarze die Zähne ausgebissen und so blieb auch Manuel nichts anderes, als sich tapfer zu verteidigen. Nach weiteren fünf Zügen aber konnte ich die Partie mit einem Matt beenden.

Summa summarum bedeutet das zwar eine 2½:5½ Niederlage, doch mit etwas Glück  wäre noch der ein oder andere zusätzliche Punkt möglich gewesen. Vielleicht klappt’s ja das nächste mal…

4 Gedanken zu „Landesliga: Pinggau-Friedberg – Gleisdorf

  1. Gratuliere dem siegreichen Mannschaftführer – mit weniger Ausfällen werden auch Siege folgen!
    Wieder toll kommentiert von Maxi!

  2. Ein wirklich gut geschilderter, vor allem zeitnaher Bericht. Da vergisst man die Sonntagszeitung und die Wahlsendungen. Auch hier sind die Bilder wieder sehr gut.
    Unsere Homepage wird aktueller und informativer.

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