Steirischer Cup: Gleisdorf – Bärnbach

Schon in der ersten Runde am 19.1 wartete im Steirischen Cup mit Bärnbach ein harter Brocken auf uns. Während wir von der Papierform zwar leicht unterlegen schienen, so hatten wir den Vorteil, dass ein 2:2 für den Aufstieg reichen würde. Anmerkung: Der Cup wird im KO-System ausgetragen, bei einem Unentschieden steigt die Mannschaft mit dem niedrigeren Eloschnitt auf. Doch bis dahin sollte es ein langer Weg werden…

Brett 1: Maximilian Ofner – Gößler Markus (2056):
Zu Beginn verließ der junge Bärnbacher die Hauptpfade des Vierspringerspiels und wechselte in eine seltener gespielte Nebenvariante. Glücklicherweise konnte ich aber das schwarze Gegenspiel in Luft auflösen, wonach die weiße Stellung etwas zu favorisieren war. Nach und nach rückte ich den f-Bauern bis nach f6 vor und es zeichnete sich eine Angriffspartie ab, weswegen Markus immer mehr Zeit investieren musste. Aufgrund der Attacke war meine Stellung dann in der Zeitnot lustiger zu spielen, obwohl sie objektiv remislich schien. Aber zum Glück hatte ich schließlich und endlich einen schönen „Finisher“ auf meiner Seite: 1-0.

Brett 2: Mag. Christian Strohmeier (1907) – Michael Missethan:
Am Anfang deutete bereits alles auf einen strategischen Kampf hin, der im Schach oftmals Anwendung findet: Der Minoritätsangriff. Mikey spielte zäh und machte es dem Gegner schwer seine Pläne zu verwirklichen und so fanden sich die beiden Kontrahenten in einem komplizierten Endspiel wieder. Darin bewies Mikey große Endspielkunst, agierte gekonnt und heimste sich einen kleinen Vorteil ein. Das Problem: Wie diesen Vorsprung in einen Sieg verwandeln? Mit seiner Lösung verblüffte er sowohl Gegner und Fans als auch den Bayern-gegen-Greuther-Fürth-Fußballspiel-anschauenden Domas. Diese schöne Schlusspointe möchte ich dem fleißigen Berichtleser nicht vorenthalten:

Stellung nach dem 37.Zug von Weiß

Stellung

Weiß stand ziemlich passiv und so versuchte er sich mit dem Zug 37.e4 zu befreien, doch Mikey spielte eine gelungene Abtauschkombination: …Txd3+ 38.Txd3 dxe4+ 39.Kxe4, alles forciert, Sxf2+ 40.Ke3 Sxd3 41.Kxd3, wonach ein gewonnenes Bauernendspiel entstanden ist!

Somit steuerte er einen wichtigen Sieg bei. Bedanken möchte ich mich noch für seine Tätigkeit als Mannschaftsführer, er hat von der Terminvereinbarung bis zum Organisieren des Spiellokals Tennisstüberl alles vorbildlich geregelt.

Brett 3: Felix Bloder – Gerhard Brunner (1939):
Jeder weiß (so mancher mehr als andere xD), dass sich Felix momentan in postgenialer Form befindet. So auch diesmal. Felix spielte einen ruhigen Sizilianer und arbeitete gegen das Feld d5, wodurch er jegliche Befreiungsmanöver des Gegners unterband. Einziges Manko: ein eingesperrter Läufer auf dem Feld h2. Aber er spielte vom Mittelspiel bis in die Zeitnot ohne jegliche Fehler und so blieb die Stellung mehr oder weniger im Gleichgewicht. Da aber auch der Mannschaftsführer der Bärnbacher sich keine Ausrutscher erlaubte, einigten sich die beiden Spieler auf ein Remis. Wenn man mal von dem Verschleiß bei Kugelschreibern – immer mehr Schreibgeräte segnen aufgrund von Bissverletzungen das Zeitliche – absieht, hofft man, dass es bei Felix weiterhin so stark bergauf geht!

Brett 4: Daniel Taucher (1882) – Dominik „Domas“ Prem:
In einem dem Königsindischen ähnlichen Aufbau lenkte Domi die Partie in die Remiszone. Es sah zwar so aus, als habe der Weiße einen Angriff am Königsflügel, doch …, naja, es sah nur so aus. Und so war lange Zeit das einzige Problem, mit dem Domi klarzukommen hatte, die Frage, wie er möglichst viel von dem Bayernspiel mitbekommt. Später kam es zu einem Bauernendspiel. So wie Bayern zu diesem Zeitpunkt 2:0 gewann, stand es auch bei uns 2:0 und so fasste Domi den strategischen Gedanken, auf die Remisvariante zu verzichten und einen wichtigen Verlust beizusteuern. Nein, Scherz beiseite, mit nur mehr einer Minute auf der Uhr hatte er sich zwischen zwei schwierigen Varianten zu entscheiden und er wählte die mit Chancen auf einen Sieg. Leider war dem dann zwar nicht so, aber was zählt ist der Siegeswille und die Tatsache, dass Domi eine astreine Partie spielte und mit dem fast 1900er lange Zeit auf Augenhöhe war!

2½:1½, wer hätte das gedacht? Sogar ein halber Punkt zu viel, der uns hoffentlich nicht in einer anderen Begegnung fehlen wird. Zum Abschluss noch mal meine Gratulationen an Mikey, Felix und Domi. Mit so einem tollen Teamgefüge wäre auch noch der eine oder andere Sieg zu holen!

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